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Ein Unternehmens-Kunstwerk für einen Personaldienstleister

Einundachtzig weiße quadratische Bildfelder, freischwebend gerahmt in einundachtzig gleichen weißen Rahmen. Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig, München, Nürnberg, Stuttgart: Jeder der neun Standorte eines Personaldienstleisters erhält neun Einzelbilder, die —als Block zusammengehängt— ein Kunstwerk bilden.

Es wurde nach einem Kunstwerk gesucht, das die Unternehmensinhalte und -standorte eines Personaldienstleisters gleichermaßen repräsentiert. Personalvermittlung hat in erster Linie mit Menschen zu tun: mit den Mitarbeitern selbst, sowie den Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Deshalb sollten Menschenbilder im Vordergrund stehen. Um den Arbeitsinhalt, nämlich die Vermittlung von Arbeitskräften in Unternehmesstrukturen, zu symbolisieren, sollten die Kunstwerke aus mehreren Einzelteilen bestehen, die Beziehungen zueinander haben und insgesamt eine sinnvolle stimmige Komposition ergeben. Darüber hinaus sollten auch die neun Städte, in denen das Unternehmen vertreten ist, vorkommen.

Das Ergebnis: jeweils ein Personenbild ist mit einem Städtenamen verbunden. Die vielen verschiedenen Menschenbilder und die Blickbezüge zwischen ihnen stehen für die Lebendigkeit und Vielgestaltigkeit der Personen, die durch den Personalvermittler sinnvolle Verbindungen eingehen. Der reinweiße Bildgrund und die schlichte Druckschrift vermitteln einen klaren und seriösen Eindruck.

Durch das verwendete Material und die ungewöhnliche Arbeitstechnik hebt sich das Kunstwerk von den sonst üblichen Bildern in Empfangsbereichen von Unternehmen ab. Die Menschenbilder sind allesamt Teile von Plastikverpackungen wie z.B. Plastiktüten oder Produktpackungen. Als Bildtträger dienen weiße, handelsübliche Spültücher, wie sie in jedem Supermarkt zu finden sind.

Bei der Verarbeitung werden zwei traditionelle Handwerkstechniken miteinander verknüpft: der Scherenschnitt und die Stickkunst. Die Bilder werden mit einer Silhouettenschere präzise ausgeschnitten, durch tagelanges Pressen mit den Spültüchern verbunden und anschließend mit einer feinen Nadel und einem silbernen Stickfaden aufgestickt und umrandet. Die Städtenamen sind ebenfalls per Hand eingestickt.

Suchenden Blickes verbrachte die Künstlerin viele Stunden in den Einkaufszonen der Städte auf Motivjagd —immer mit diversen Tauschtüten ausgestattet, um verdutzten Passanten geeignete Plastiktüten abzuschwatzen. Auch Freunde und Bekannte im In- und Ausland wurden in die Suche eingebunden. Legendär ist die Verfolgung einer Straßenbahn mit dem Fahrrad, in der ein Fahrgast, deutlich sichtbar durch das Fenster, die Tragetasche einer Videothek mit dem Konterfei des Schauspielers Will Smith mit sich trug.

Der kreative Umgang der Künstlerin mit scheinbar wertlosem Verbrauchsmaterial sowie Verpackungsmüll ist einzigartig und innovativ. Werbebildchen, einst von Konsumstrategen und Verpackungsdesignern ersonnen, um kurzlebig und fast unbemerkt Käufer zu locken, sind aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang herausgelöst und so zu etwas ganz Neuem, Werthaltigem geworden. Vor den Augen des Betrachters entfaltet sich ein Kaleidoskop zutiefst menschlicher Themen: Denken und Träumen, Tun und Lassen, Schaffen und Spielen, Leisten und Loslassen, Lieben und Lachen.


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